3037 Soziales Lernen und Wertebildung

© Finken-Verlag · www.finken.de Soziales Lernen und Wertebildung Konzept VII Im Gespräch hat jedes Kind die Gelegenheit, seine Eindrücke mit anderen zu teilen und zu vergleichen. Zugleich werden die Schülerinnen und Schüler durch die sprachlichen Impulse dazu angeregt, ihre Überlegungen bewusst in Ich-Botschaften zu formulieren und nicht vorschnell zu bewerten oder zu urteilen. In dieser Hinsicht kann die Arbeit mit dem Gesprächsrad einen Beitrag zum Aufbau einer Gesprächskultur in der Klasse leisten und auch bei der Diskussion über konkrete Situationen aus dem Schulalltag hilfreich sein. Bei emotional aufgeladenen Ereignissen wie etwa der Klärung eines Pausenstreits, kann der strukturierte Austausch in einer kleineren Gruppe dazu beitragen, das Gespräch wieder auf die Sachebene zu verlagern. Auch komplexere Themen aus dem Klassenrat können auf diese Weise vorbereitet werden. Drei Gesprächsräder finden Sie in der Sichttasche des Ordners. Weitere können Sie unter www.finken.de/3038 nachbestellen. Stimmenskulptur als Ausdruck von Gedanken Um das eigene wie auch das Verhalten anderer Personen einschätzen zu können, ist die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme wichtig. Es geht darum, sich in die Gedanken- und Gefühlswelt eines anderen Menschen hineinzuversetzen. Die Stimmenskulptur ist eine Möglichkeit, die Gedanken einer Person „hörbar“ zu machen. Fordern Sie die Kinder zunächst auf, sich zu überlegen, was eine Person in einer bestimmten Situation denkt. Ihre Idee notieren die Kinder auf einem Zettel. Wichtig: Der Gedanke muss wirklich aus der Sicht der entsprechenden Person formuliert sein. Zur Stimmenskulptur kommen einige Kinder nach vorn, stellen sich in einer Reihe oder einem Kreis auf und sprechen ihren Gedanken laut aus. Dann beginnt die Inszenierung. Fordern Sie (wie eine Dirigentin oder ein Dirigent) per Handzeichen mehrmals nacheinander einzelne Kinder auf, ihren Gedanken zu wiederholen. Sie bestimmen dabei sowohl die Reihenfolge wie auch das Tempo der Redebeiträge. So wird eindrücklich deutlich, dass oft mehrere Gedanken im Kopf kreisen, die sich unter Umständen wie ein Karussell (immer schneller) drehen. Wenn die Kinder mit dieser Methode vertraut sind, können Sie die Rolle der Dirigentin / des Dirigenten auch an eine Schülerin oder einen Schüler abgeben. Adjektivkärtchen, um Gefühle zu beschreiben Empathie und Einfühlungsvermögen sind für das soziale Miteinander in einer Gruppe von besonderer Bedeutung. Um diese Kompetenzen entfalten zu können, braucht es zusätzlich die Fähigkeit, wahrgenommene Gefühle sprachlich differenziert ausdrücken zu können. Es macht einen Unterschied, ob ich mich in einer Situation gekränkt, bedroht oder verraten fühle. Und auch die Gefühle, die ein bestimmtes Verhalten bei Außenstehenden auslöst, können verschieden sein. Ein Streich kann von einem als lustig, einem anderen als hinterlistig und von einem dritten als respektlos wahrgenommen werden. Diese Gefühle haben Auswirkungen auf die Bewertung eines Verhaltens und auch auf das Verhältnis zu den entsprechenden Personen.

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