© Finken-Verlag · www.finken.de Soziales Lernen und Wertebildung Konzept III Gemeinsam Werte leben Leben in der Gesellschaft ist nur möglich, wenn wir uns auf gemeinsame Werte einigen. Immer häufiger klagen Lehrkräfte über mangelndes Sozialverhalten in ihren Klassen. Auch in den Medien finden sich regelmäßig Berichte über Szenarien an Schulen, die betroffen machen. Neben aggressiven Verhaltensweisen und Mobbing werden Ich-Bezogenheit, mangelnde Empathie und auch Respektlosigkeit von Kindern und Jugendlichen gegenüber Menschen wie Dingen festgestellt. Hieraus ergeben sich große erzieherische wie unterrichtliche Herausforderungen, die von Lehrkräften als sehr belastend erlebt werden. Nachdenklich stimmt in diesem Zusammenhang auch die Vermutung, dass grundlegende Werte wie Achtung und Respekt vor der Würde, den Bedürfnissen und auch den Grenzen anderer sowie Toleranz, Aufrichtigkeit, Zivilcourage und Verantwortungsbewusstsein nicht mehr bei allen Schülerinnen und Schülern ausreichend im Bewusstsein verankert sind. Das Leben in einer friedlichen Gesellschaft – im Kleinen, wie im Großen – ist aber nur möglich, wenn wir uns auf gemeinsame Werte einigen, diese schützen und vertreten. Die Förderung eines sozialen Miteinanders ist daher aus unserer Sicht eng verknüpft mit der Entwicklung eines inneren Wertekompasses, der zeigt, in welche Richtung wir als Gemeinschaft gehen wollen und der uns in schwierigen Situationen Orientierung bietet. Zugleich benötigen Kinder wie Erwachsene ein Repertoire an sozialen Kompetenzen, um in einer Gemeinschaft friedlich und freundlich miteinander umgehen zu können. Dazu zählen zum Beispiel Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, Konflikt- und auch Kommunikationsfähigkeit. Diese sind eng verknüpft mit persönlichen Kompetenzen, insbesondere damit, ein positives eigenes Selbstkonzept auszubilden: Wer sich in einer Gruppe als Außenseiter oder Außenseiterin, defizitär oder wenig selbstwirksam erlebt, wird sich nur bedingt aktiv und konstruktiv in soziale Prozesse einbringen können. Wenn wir ein soziales Miteinander fördern möchten, müssen wir daher immer auch die Situation und die Entwicklung des Einzelnen in einer Gruppe im Blick haben. Konzept und Ziel Ziel dieses Ordners ist es, grundlegende (demokratische) Werte und soziale Kompetenzen als Basis unseres gemeinschaftlichen Zusammenlebens ins Bewusstsein zu holen, sie zu reflektieren und gezielt weiterzuentwickeln. Ausgangspunkt sind typische Szenen aus dem Schulalltag, in denen das soziale Miteinander gestört wird. Ganz bewusst haben wir uns dafür entschieden, alle Fallbeispiele in einer fiktiven Klasse rund um die Lehrerin Frau Fink anzusiedeln und dabei mit einem wiederkehrenden Repertoire an Figuren zu arbeiten. Bei der Auswahl der Schülerinnen und Schüler haben wir versucht, unterschiedliche Charaktere und die Besonderheiten gruppendynamischer Konstellationen aufzugreifen. Da gibt es z. B. Joshua, der sehr sportlich und deshalb der Wortführer in der Fußballclique ist. Er bestimmt nicht nur, was gemacht wird, sondern auch, wer cool genug ist, um in seiner Mannschaft dabei sein zu dürfen.
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