© Finken-Verlag · www.finken.de Soziales Lernen und Wertebildung Konzept IV Der eher zurückhaltende Leo, der sich gern um die Erstklässler kümmert und noch dazu ein „Mädchenhobby“ hat, wird von ihm nicht akzeptiert. Metin würde Leo eigentlich gern verteidigen, fürchtet aber, dass er dann auch nicht mehr in der Clique dabei sein darf. Selina und Ayse geraten ständig wegen Kleinigkeiten in Streit und finden dann nicht mehr aus ihrer Emotionsspirale heraus. Ein Wort gibt das andere und irgendwann fliegen die Fäuste. Auch Lena hat Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu kontrollieren, insbesondere frustrierende Situationen kann sie nur schwer bewältigen. Dann hat sie den Eindruck, die ganze Welt habe sich gegen sie verschworen, bekommt Wutanfälle, beschimpft andere und macht „dicht“ – für Argumente ist sie kaum noch zugänglich. Zum Glück hat sie ihren Freund Viktor, der meistens die Ruhe bewahrt, wenn Lena mal wieder „ausrastet“. Dies sind nur einige Protagonisten aus der Klasse von Frau Fink – und wir gehen davon aus, dass Sie aus Ihren Klassen ähnliche Gruppenkonstellationen und Verhaltensweisen kennen. Unser Gedanke ist daher, dass die sozialen Probleme in der Klasse von Frau Fink einen Anstoß geben können, um mit Ihren Schülerinnen und Schülern über das Miteinander in der eigenen Klasse nachzudenken. Aspekte, die „nicht gut laufen“, können auf diese Weise zunächst im geschützten Bereich der fiktiven Gemeinschaft und dann mit Bezug zur eigenen Klasse besprochen werden. Aus der Analyse der Ursachen entwickeln die Kinder dann Ideen, wie es zukünftig „besser laufen“ könnte. Inhalt und Aufbau Die Ordnerstruktur orientiert sich an dem oben beschriebenen Vorgehen. Präsentiert werden zwölf thematische Einheiten, die konkrete Fallbeispiele zu folgenden Aspekten bieten: Ausgrenzung, Achtlosigkeit, Ich-Bezogenheit, Konflikte. Der Aufbau der einzelnen Einheiten ist immer gleich. Auf der ersten Seite bieten wir Ihnen eine kurze Zusammenfassung des Fallbeispiels, zusammen mit einem KinderZitat, welches Sie vielleicht aus Ihrer eigenen Klasse kennen, z. B. Das ist voll unfair! oder Die nerven mich. Beides soll Ihnen helfen, sich schnell über den nachfolgenden Inhalt zu informieren, um entscheiden zu können, ob und inwiefern die Situation für Sie und Ihre Klasse relevant ist. Darüber hinaus erhalten Sie auf dieser Seite eine Übersicht über die Fokuswerte und Schlüsselkompetenzen, die in dieser Einheit im Vordergrund stehen. Auch dies soll Sie bei einer zielgerichteten Auswahl der Materialien unterstützen. Im Anschluss folgt ein Arbeitsblatt für die Kinder mit der konkreten Alltagssituation. Dafür haben wir bewusst unterschiedliche Formen ausgewählt und versucht, den Leseanteil zu reduzieren, um die Auseinandersetzung mit den Inhalten mehr in den Vordergrund zu stellen. Sie finden daher neben kurzen Lese- bzw. Vorlesetexten auch Audioaufnahmen, Comicfolgen und Bildszenen vom beiliegenden Poster, die als Impulse für den Einstieg genutzt werden können.* * Die Hörtexte und das Poster finden Sie im Download: www.finken.de/3037-Begleitmaterialien Passwort: steht im Ordner © Finken-Verlag · www.finken.de Ausgrenzung Soziales Lernen und Wertebildung 15 Fokuswerte und Schlüsselkompetenzen Emotionale Ausdrucksfähigkeit: Gefühle wahrnehmen, ausdrücken, ernst nehmen. Empathie: Sich in andere hineinfühlen, statt vorschnell zu verurteilen. Friedliches Miteinander: Wege finden, um gemeinsam und ohne Streit auszukommen. Gerechtigkeit: Niemanden ungerecht behandeln oder ausgrenzen. Kommunikation: Konflikte offen und ehrlich ansprechen. Respekt: Die Meinung, den Raum, die Grenzen und die Persönlichkeit anderer achten. Selbstwirksamkeit: Konflikte lösen, Selbstschutz wichtig nehmen. Toleranz: Unterschiede akzeptieren und andere so annehmen, wie sie sind. Verantwortung: Verantwortung für die eigene Haltung und das eigene Verhalten übernehmen. Zugehörigkeit: Jede und jeder hat ein Recht, Teil der Gemeinschaft zu sein. Um was geht es? Tim kommt weinend aus der Pause zurück, weil ihn Natascha und Helena auf dem Pausenhof ständig verfolgen und „nerven“. Zwar greifen sie ihn nicht an oder beleidigen ihn, aber Tim fühlt sich dennoch durch ihr Verhalten bedrängt. Frau Fink bemerkt, dass es Tim nicht gutgeht, kann sein Problem aber nicht nachvollziehen. Sie vermutet, die Mädchen wollten nur spielen. Tim fühlt sich unverstanden. Die nerven mich! Zu AB 2 gibt es eine zusätzliche Seite: AB 2a
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