Prospekt "Umwelt & Soziales" 2026/2027

Soziales Lernen ab 2. Schuljahr Für Klassenrat, Ethik und schwierige Situationen von Liane Kürschner und Claudia Rathmann Werte- und Demokratiebildung sowie soziales Lernen gehören heute mehr denn je auch zu den Aufgaben der Schulen. Das kann im Schulalltag häufig eine Herausforderung darstellen. Aber ohne soziale Kompetenzen, gemeinsame Werte und Regeln kann das Schulleben nicht funktionieren. Soziales Lernen ist integraler Bestandteil und eine Voraussetzung für die Vermittlung von Lehrplaninhalten. Der Ordner „Soziales Lernen und Wertebildung“ bietet Ihnen praxisnahe und leicht einsetzbare Materialien, sodass soziales Lernen im Schulalltag ganz selbstverständlich gelingen kann. Ob als Lösung in akuten Konfliktsituationen oder als präventive Maßnahme zur Förderung eines positiven Klassenklimas – dieser Ordner ist ein wertvoller Begleiter für alle, die eine respektvolle und rücksichtsvolle Schulkultur aufbauen möchten. Mit gezielten Übungen, Reflexionsfragen und kreativen Impulsen lässt sich ein respektvolles Miteinander nachhaltig etablieren – und das ganz ohne großen Aufwand. So fördern Sie nicht nur einen konstruktiven Umgang miteinander, sondern auch eine Lernatmosphäre, in der sich alle Kinder wohlfühlen und bestmöglich entwickeln können. Soziales Lernen und Wertebildung Thematische Einheiten Anhand von zwölf thematischen Einheiten mit typischen Fallbeispielen, die so oder so ähnlich in fast jeder Grundschulklasse vorkommen, zeigt das Material die inhaltliche Auseinandersetzung in vier nachvollziehbaren Schritten: 1. Was läuft da eigentlich? 2. Wie läuft das bei uns? 3. Wie könnte es besser laufen? 4. Wie läuft es jetzt? Alle Einheiten folgen dieser festen, wiederkehrenden Struktur. © Finken-Verlag · www.finken.de Soziales Lernen und Wertebildung Konflikte 115 Ausgangssituation: Sollen wir petzen? Natascha: Puh, der Test war ganz schön schwer. Bei Frage 3 wusste ich echt nicht, was da gemeint war mit den Niederschlagsarten. Jonas: Das stand doch im Heft! Hast wohl wieder nicht genug gelernt, was? Natascha: Doch, eigentlich schon, aber irgendwie konnte ich mich nicht mehr an den Unterschied zwischen Tau und Hagel erinnern. Joshua: Tja, dann hättest du es halt einfach wie Helena machen sollen. Natascha: Was meinst du damit? Joshua: Hast du das nicht mitbekommen? Helena hat heimlich gespickt. Sie hat ihr Heft unter dem Tisch aufgeschlagen und alles abgeschrieben. Und Frau Fink hat das noch nicht einmal gemerkt. Jonas: Aber das ist doch verboten! Und außerdem ist das auch ganz schön unfair. Natascha: Ja, ich finde das auch ungerecht. Ich habe das ganze Wochenende gelernt und mich angestrengt, damit ich eine gute Note bekomme. Und Helena macht es sich leicht und spickt. Das sage ich Frau Fink nach der Pause. Joshua: Spinnst du? Du kannst Helena nicht verpetzen. Ihr seid doch Freundinnen. Die kriegt dann richtig Ärger mit Frau Fink und wahrscheinlich eine 6. Natascha: Na toll! Und wenn Helena alles abgespickt hat und dafür eine 1 bekommt, ist es doch all denen gegenüber unfair, die dafür tagelang gelernt haben. Joshua: Na und?! Dann muss die Fink halt besser aufpassen! Außerdem hat Helena schon so viele schlechte Noten, da tut ihr eine bessere Note doch auch mal gut. Jonas: Sie hat die gute Note aber nicht verdient. Das ist doch wie Betrug. Joshua: Und Petzen ist wie Verrat. Außerdem weiß ich, warum sie gespickt hat. Ihre Eltern wollen unbedingt, dass sie auf das Gymnasium geht. Die bekommt zu Hause nämlich immer ganz schön Ärger, weil sie oft schlechte Noten hat. Neulich hatte sie sogar drei Tage Hausarrest. Natascha: Ach, Quatsch! Der geht es doch nur ums Geld. Die bekommt für jede gute Note 2 €. Jonas: Also, was machen wir jetzt? Sollen wir petzen? Sagen wir es Frau Fink? 3 Ausgangssituation „Sollen wir petzen?“ Für ein respektvolles und harmonisches Miteinander NEU 4

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